



Ein Mensch ist ein Mensch ...
In Berlin leben mehrere Tausend Menschen auf der Straße. Gesundheitliche Probleme und Verwahrlosung nehmen mit der Dauer der Obdachlosigkeit ständig zu.
Eine niedrigschwellige Versorgung ohne Ansehen der Person und der Umstände ist für diese Menschen dringend notwendig.
Am 6. September 2006 eröffnete das Gesundheitszentrum für Obdachlose in der Pflugstraße 12 in Berlin Mitte.
Seitdem behandelt Jenny De la Torre Obdachlose und bietet Ihnen somit Zugriff auf Gesundheitsversorgung, die Ihnen sonst verwehrt bliebe.
Zusätzlich dazu gibt es eine Suppenküche, eine Kleiderkammer, sowie psychologische und rechtliche Beratung. Träger des Gesundheitszentrums ist die Jenny De la Torre Stiftung.
In Verbindung mit den Floristenfachgeschäft Blume Gustke am Kaiserdamm, haben wir auch wieder in diesem Jahr zum gelingen der Veranstaltung beitragen können.
Die diesjährigen Spende kam dieses Jahr, dem Schwulen Überfalltelefon Berlin zu. Wir selber könnten auch vor Ort sein und unseren neuen Flyer
(ca. 3000 Besucher) verteilen.
Ein Download unseres Flyers, ist bei uns der Seite auch möglich, siehe Menüleiste: Download.

Eine Krankheit auf dem Vormarsch
Wir möchten uns bei Herrn Dr. Gölz, vom Praxiszentrum Kaiserdamm Berlin, bedanken, der uns einige wichtige Fragen zu Hepatitis C beantwortet hat. Welche wir nun für Sie wiedergeben möchten:
1. Frage berlinpositiv:
Sehr geehrter Herr Dr. Gölz, Sie sind seit über 20 Jahren mit dem Thema HIV - Hepatitis vertraut. Die Erkrankungs- und Infektionszahlen der WHO und des Robert-Koch-Institutes sprechen
für sich. Dreimal mehr Menschen sterben an Hepatitis C und deren Folgen als an HIV und AIDS in Deutschland und Europa. Haben Sie eine Erklärung für diese erschreckenden Zahlen?
Antwort Dr. Gölz:
Es gibt in Deutschland und Europa sehr viel mehr Patienten mit chronischer Hepatitis C als mit einer HIV-Infektion. Da ungefähr ein Viertel aller HCV-Infizierten nach 20-30 Jahren an der
Leberzirrhose oder am Leberkrebs stirbt sind die Todesraten bei dieser Erkrankung deutlich höher als bei HIV, was sich zur Zeit sich sehr gut behandeln lässt und sehr kleine Sterberaten
aufweist. Das Robert-Koch-Institut hat deshalb auch in der Reihenfolge der gefährlichsten Infektionskrankheiten die chronische Hepatitis C noch vor die HIV-Infektion gesetzt.
2. Frage berlinpositiv:
Viele Menschen haben immer noch bei Hepatitis C den nicht allzu schweren Verlauf der Hepatitis A und B im Kopf und meinen, Sie könnten auch gegen einen Hepatitis C geimpft werden.
Wie erklären Sie sich dieses eklatante Missverständnis?
Antwort Dr. Gölz:
Mangelnde Aufklärung über die Risiken der Hepatitis C. Es gibt gegen sie keinen Impfschutz.
Während die Hepatitis A immer ausheilt und die Hepatitis B nur bei 5% der Infizierten chronisch wird entwickelt sich bei der HCV-Infektion in 80% der Fälle eine chronische Hepatitis.
Auch die 20% HCV-Infizierte mit Ausheilung haben im Gegensatz zur Hepatitis A und B keinen Schutz gegen Neuansteckung. Prinzipiell kann man sich beliebig oft mit Hepatitis C anstecken.
3. Frage berlinpositiv:
In einigen Veröffentlichungen findet man den Hinweis, dass der Virus von Hepatitis C ein viel virulenter (d.h. viel aggressiver Virus) Virus ist, als der HI-Virus. Was bedeutet das?
Antwort Dr. Gölz:
Wenn man das überhaupt miteinander vergleichen kann, so liegt der unterschied zwischen beiden Viren darin, dass das HI-Virus lange Jahre durch das Immunsystem in seiner Vermehrung
unterdrückt werden kann, während das HC-Virus sich ziemlich ungehindert von der körpereigenen Abwehr vermehrt. Insofern ist es „aggressiver“.
4. Frage berlinpositiv:
Ist die Aussage, die man leider nur in sehr wenigen und ausführlichen Beiträgen oder Fachzeitschriften liest, richtig? Dass man auf keinen Fall Rasierklingen und Zahnbürsten tauschen
sollte, Einwegspritzen nur einmal zu verwenden sind aber auch bei sexuellen Praktiken Kondome nicht besonders viel nutzen, wenn diese gleichzeitig mit verschiedenen Partnern benutzt werden?
Antwort Dr. Gölz:
In 40% aller Fälle liegt die Übertragung der HCV-Infektion im Dunkeln. Das heißt, es sind noch nicht alle Übertragungswege bekannt. Sicher ist aber, dass durch das gemeinsame Benutzen
von Rasierklingen, Zahnbürsten und Nagelclips eine Übertragung des HC-Virus möglich ist. Kleinste frische Blutspuren reichen aus. Wer seinen Kondom zwischen zwei Partner nicht wechselt
kann ebenfalls durch kleinste Blutspuren der HCV-Überträger zwischen seinen beiden Partnern sein. Das gilt auch für Einmal-Handschuhe die beim Fisten zwischen den einzelnen Partnern
nicht gewechselt werden.
5. Frage berlinpositiv:
Der Nachweis einer Hepatitis C Ansteckung kann nur über einer Blutprobe vorgenommen werden. Wie lange ist die Inkubationszeit, bis zu der Hepatitis C Virus im Blutbild nachweisbar ist?
Wie könnte man eine vermutliche Hepatitis C Infektion erkennen, sofern dies möglich ist?
Antwort Dr. Gölz:
Am frühesten kann man eine HCV-Infektion durch Messung der Viruslast des HC-Virus im Blut nachweisen. 14 Tage nach Infektion ist auf jeden Fall das Virus nachweisbar. Die Antikörper
gegen HCV werden verlangsamt gebildet. Sie sind nach 8 – 12 Wochen sicher nachweisbar. Bei HIV-Infizierten kann dieser Prozeß der Antikörperbildung noch länger dauernd.
6. Frage berlinpositiv:
Man hört immer das Thema Doppelinfektion von HIV und Hepatitis C. Welche Schwierigkeiten treten bei solch einer Doppelinfektion zu Tage?
Antwort Dr. Gölz:
Die Gefahr der Doppelinfektion HIV/HCV besteht darin, dass das Fortschreiten zur Leberzirrhose etwa doppelt so schnell geschieht, wie bei einem Patienten der nur die HCV-Infektion
aufweist. Zusätzlich ist die Ansprechrate auf die HCV-Therapie bei Doppelinfizierten schlechter. Als dritter Nachteil kommt hinzu, dass HIV-Positive bisher kaum eine Chance haben
in einem Transplantationszentrum für eine Lebertransplantation gelistet zu werden.
7. Frage berlinpositiv:
Ist es richtig, dass Patienten mit Doppelinfektionen - sprich HIV und HEP C - eine rapide sinkende Lebenserwartung haben? Und die meisten tödlichen Verläufe nicht bei HIV sondern
bei Hepatitis C zu finden sind? Wie ist der Sachverhalt wirklich zu sehen?
Antwort Dr. Gölz:
Bei der guten antiretroviralen Therapie heutzutage ist bei Doppelinfizierten in der Regel das rasche Fortschreiten zur Leberzirrhose das tödliche Risiko und nicht die HIV-Infektion.
So sterben in unserer Praxis eine ganze Reihe von Patienten an ihrer HCV-bedingten Leberzirrhose, obwohl es für ihre HIV-Infektion noch Therapieoptionen für zehn oder mehr Jahren gibt.
8. Frage berlinpositiv:
Gibt es denn zur Zeit einen Therapie gegen Hepatitis C? Und wenn ja, wie sieht es den nach einer Therapie aus - ist der Körper dann geschützt – durch Antikörper?
Antwort Dr. Gölz:
Die Standardtherapie der akuten und der chronischen Hepatitis C besteht in der Gabe von pegyliertem Interferon einmal wöchentlich in Kombination mit Ribavirin täglich.
Die Behandlungsdauer schwankt von 16 bis 72 Wochen je nach HCV-Genotyp, Viruslast und Geschwindigkeit des Ansprechens. Für HIV-Infizierte gilt in jedem Fall eine 48 wöchige Therapiedauer.
Die Heilungschance für den HCV-Genotyp 2 liegt bei nahezu 100%, für den Genotyp 3 bei 80%, für die Genotypen 1 und 4 bei 50%. Die Therapie ist mit erheblichen Nebenwirkungen
(grippaler Infekt, Gewichtsverlust, allgemeine Schwäche ) verbunden. In circa drei bis vier Jahren wird es neue Therapieoptionen geben, bei denen die Heilungsraten noch besser sind.
Allerdings werden auch diese neuen Optionen immer mit pegyliertem interferon und Ribavirn kombiniert sein. Die Therapie wird also nicht besser verträglich.
9. Frage berlinpositiv:
Versagt die Politik und/oder die Gesundheitsbehörden in Deutschland und Europa in der Aufklärung bzw. Bereitstellung von Forschungsmitteln? Wie kann eine durchgreifende und
effiziente Aufklärung Ihrer Meinung nach aussehen?
Antwort Dr. Gölz:
Aus dem europäischen Parlament sind alle europäischen Regierungen aufgefordert worden, die Eindämmung der Hepatitis C ernster zu nehmen und mehr Aufwand bei der
Aufklärung, der Diagnostik und dem Zugang zur Therapie zu betreiben. Hier ist eine dauerhafte Aktion wie bei der HIV-Infektion notwendig, gerichtet auf die gesamte Bevölkerung.
Die gesamtgesellschaftliche Gefährdung durch die HCV-Infektion ist viel größer als durch die HIV-Infektion.
10. Frage berlinpositiv:
Wir möchten uns bedanken das Sie uns in der Aufklärung und den Kampf gegen HEP C unterstützen. Eine Frage zum Schluss. Was würden Sie den Lesern als letztes mit auf den Weg geben bzw.
noch mitteilen wollen?
Antwort Dr. Gölz:
Mein Rat gilt vor allem für die besonders gefährdeten HIV-infizierten schwulen Männer. Wir haben zur Zeit in den großstädtischen Ballungsräumen der BRD eine Epidemie von frischen
HCV-Infektionen bei HIV-positiven homosexuellen Männern. Die Praxis des „Serosortings“ – d.h. HIV-Positive machen unsafe sex nur mit HIV-Positiven und umgekehrt – schützt nicht vor
der Ansteckung mit Hepatitis C. Soweit wir wissen geschieht diese Ansteckung durch kleinste Schleimhautdefekte, durch nicht gewechselte Handschuhe beim Fisting und durch Spiele mit
Dildos und ähnlichen Praktiken. Besonders gefährdet sind Patienten, die Schleimhautdefekte durch andere sexuell übertragbare Erkrankungen haben. Immerhin haben HIV-positive MSM 20 mal
häufiger eine Syphilis als HIV-negative MSM. In dieser Gruppe besteht also eine Anhäufung von Risiken für die Übertragung von HCV. Dies könnte Anlaß sein, seine Praxis (Serosorting) zu
überdenken.
Red Ribbon Mit der Stadt Berlin haben wir erfolgreich eine Pflegevereinbarung abgeschlossen.
Inhalt dieser Vereinbarung ist das Grundstück an der Urania mit
dem Mahnmal „Gegen das Vergessen“, ...
mehr Informationen ...
berlinpositiv e.V. beim Folsom Europe 2007
berlinpositiv e.V. beim Hustlaball 2006
Folsom Europe Berlin 2006 - in der Broschüre die International
verteilt wurde!
... we are in the Club!! Fucking Bastard Berlin Ostern 2006
Wir Bedanken uns für die Grüsse unserer Bundeskanzlerin
Blut + Tränen
Das Kranzobjekt "Blut + Tränen" das wildwuchs zugunsten des gemeinnützigen
Vereins berlinpositiv.e.V. kreiert hat wurde vom Jüdischen Museum der
Stadt Wien ersteigert und wird gemeinsam mit einem großen alten Chanukka-Leuchter
aus der Sammlung des JMW die diesjährige Chanukka
(Beginn dieses Jahr am 24.12.2005) begleiten.
Ich danke der Kuratorin Fr. Dr. Felicitas Heimann-Jelinek im Namen von
berlinpositiv.e.v. für die großzügige Spende.
Jüdisches Musum der Stadt Wien
A-1010 Wien, Dorotheerg. 11
www.jmw.at
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